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Jutta Suffner - Chronische Entzündungen

Jutta Suffner - Chronische Entzündungen

mitKlaus Glatzel

Chronische Entzündungen:

Stille Feuer im Körper mit unterschätzten Auswirkungen“

Interview von Oliver Gaebe (BellaCoola Produktion) und Jutta Suffner: Lest mal, was Jutta Suffner, Dipl.Ing. für Bio-Medizin und Heilpraktikerin, spannendes zum Thema Chronische Entzündungen und chronische Krankheiten zu sagen hat. Dabei kennt die Wissenschaftlerin sowohl die Schulmedizin, als auch alternative Behandlungsformen aus eigener Erfahrung

OG: Haben wir dem Thema „Entzündungen“ nicht genug Aufmerksamkeit gewidmet?

JS: Ja. Insbesondere in letzter Zeit werden wir in den Medien auf Entzündungen als „stille Gefahr“, die unser Organ-system belastet, aufmerksam gemacht. Welchen Schaden können diese Entzündungen anrichten? Und welche Krankheiten so begünstigen? Wie entdecken wir diese stillen Feuer (‚silent inflammations‘) in unserem Körper und wie kann Abhilfe oder besser Prävention erfolgen? Wie können Mittel aus Mutter Natur unterstützen?

Die Entzündungsreaktion unseres Körpers auf äußere Belastungen, wie Viren und Bakterien, gehört zum natürlichen Schutz-mechanismus unseres Körpers und ist lebensnotwendig. Zytokine (Entzündungsstoffe) werden aktiviert, um das Körpersystem zu regulieren. Werden jedoch zu viele Zytokine gebildet, ist der Körper nicht mehr dazu in der Lage, hier zu reagieren. Dies führt zu Gewebsschädigungen, die in chronischen Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen münden können.

OG: Die wichtigste Frage unserer Zeit scheint zu sein: wie werde ich möglichst rasch wieder fit?

JS: Durch unsere schnellebige Zeit greifen wir häufig zur klassischen Schmerztablette, um kurzfristig Linderung zu erlangen, jedoch ohne die Entzündung wirklich auszuheilen. Der Weg in die chronische Entzündung ist vorprogrammiert.

Zu beachten ist, dass jeder Mensch individuell und damit in seiner Regulationsfähigkeit einzigartig ist. Somit benötigt jeder Körper unterschiedliche Zeiträume, um eine Entzündung vollständig auszuheilen.

Erschreckend die Prognose der WHO, dass im Jahr 2020 voraussichtlich 75% aller Erkank-ungen auf chronischen Entzündungen basieren werden.

OG: Das ist dramatisch! Wie wird sich Ihrer Meinung in Zukunft die Diagnosefindung entwickeln?

JS: Fast immer werden die herkömmlichen Laborparameter zur Diagnosefindung ange-wendet. Leider eine Sackgasse. Zusätzliche Diagnosemethoden sind unabdingbar wie bsp. Scans mit Ursprung aus der russichen Raumfahrt.

OG: Wird damit sogar eine ‚Entzündung‘ sicher erkannt und erfasst?

JS: Leider wird oft übersehen, dass sich eine primäre Entzündung unbemerkt auf ein weiteres Organ ausbreiten kann (z.B. auf den Herzmuskel / Myokarditis). Eine Parodontitis kann so unter Umständen eine Endokarditis oder Arthritis begünstigen.

Die sogenannte Psoriasis-Arthritis hat ihren Ursprung zunächst in der Hauterkrankung und kann dann auf die Gelenke übergreifen (oder auch umgekehrt).

Auch eine erhöhte Menge an Bauchfett begünstigt die Freisetzung von Entzündungs-mediatoren. Dies wird auch in dem Buch von Frau Dr Anne Fleck „Schlank“ thematisiert.

OG: Nennen Sie uns doch Beispiele für multiple Krankheitsbilder, wie dem Tinnitus: „Klingeln im Ohr“

JS: Die Ursachen sind multifaktoriell und reichen von Stress über Wirbelsäulen-problemen, von Medikamenten-unverträglichkeiten bis hin zu Stoffwechselstörungen. Die Grundursache liegt jedoch oft in Schädigungen des Ohres aufgrund von starker Lärm-einwirkung oder Entzündungen!

OG: Gibt es einen Zusammenhang zwischen Migräne und Entzündungen?

JS: Auch die Migräne hat verschiedene Ursachen: von überschiessenden Stress-reaktionen bis hin zu Nahrungs-mittelunverträglichkeiten reicht das Spektrum. Dadurch kommt es zu einem Gewitter im Gehirn, die Neuronen (Nervenfasern) geben Ihre Botenstoffe viel zu schnell an die Blutgefäße im Gehirn ab. Es kommt zur Entzündung, die Gefäßwände quellen auf und verlangsamen den Blutfluss. Diese Mangeldurchblutung löst eine sogenannte ‚Migräneaura‘ aus. Durch Kurzschlüsse an den Nervenenden wird der Entzünd-ungsprozess verstärkt. Die Gefäßwand wird beschädigt, Gefäßerweiterungen und Ödeme sind die Folge. Gleichzeitig werden entzündungsfördernde Stoffe freigesetzt. Jeder Pulsschlag führt ggfls. zu massiven Kopfschmerzen.

OG: Sind bei Erkrankungen des Gehirns (z.B. MS, Demenz) auch hier Entzündungen im Spiel?

JS: Unterschätzt wird der Einfluss der stillen Entzündungen auf unser Gehirn. So kann sich unser Denken und Fühlen bei Entzünd-ungen im Gehirn verändern. Chronische Entzündungen kön- nen sogar unser Gehirn schädigen (Quelle: „Der stille Feind in meinem Körper“ von Prof. Karsten Krüger). Nicht behandelte Entzündungen können im weiteren Verlauf sogar Depressionen fördern.

Untersuchungen bei MS Erkrankten zeigen, dass auch hier chronische Entzündungen mit im Spiel sind. Die Zerstörung der „Myelinscheiden“ (das ist die Isolationsschicht der Nerven-fasern) führt zu Ausfall-erscheinungen. Ursache für diese Zerstörung sind vermutlich chronische Entzündungen, die an den beschädigten Stellen entstehen (Quelle: Medizin-Aspekte, Ausgabe Januar 2018).

OG: Gibt es Hilfe von Mutter Natur? Sie erwähnten die „wildwachsende Blaubeere“?

JS: Eindeutig ja! Wir benötigen einen Wirkstoff, der auf unterschiedlichen Ebenen ansetzt:

  • entzündungshemmend

  • schmerzstillend

  • antioxidativ (zellschützend)

  • gefäßschützend

Hier kommt eine traditionell bekannte Frucht zu Hilfe: die (wildwachsende) Blaubeere mit wertvollen Inhaltsstoffen. wie zum Beispiel Anthocyanen und Polyohenolen. Deren besondere Wirkweisen liegt in der Hemmung von Enzymen, die die Entzündung beschleunigen. Durch diese entzündungshemmende Wirk-weise dient sie u.a. als Schutz vor Arteriosklerose (und damit auch vor Herzinfarkt).

OG: Also die ‚Mutter Natur‘ unterstützt aktiv unser Gehirn?

JS: In der Tat: die wildwachsende Blaubeere liefert uns vielfältige Hilfsstoffe, wie zum Beispiel sog. Anthocyane (Bioflavonoide). Diese verbessern den Gehirn-stoffwechsel und sogar die Gehirnleistung nachweisbar. Auch Menschen mit Depressionen profitieren so von den Wirkstoffen. Schon im Jahr 2005 wurde in der Zeitschrift “Neurobiology of Aging“ (Elsevier) eine Studie veröffentlicht mit dem Titel „The beneficial effects of fruit polyphenols on brain aging“. Hier werden die positiven Effekte der Polyphenole aus den wild-wachsenden Blaubeeren auf die Gehirnalterung dargestellt. Die Wirkstoffe helfen beim Abtransport biochemischer Abfallprodukte im Gehirn und regen die Neubildung von Gehirn-zellen an.

Anthocyane der wildwachsenden Blaubeere wirken antientzündlich, antiviral, antiallergisch, antioxi-dativ, gefäß- und neuroprotektiv. Es liegen Untersuchungen vor, dass ein spezielles Blaubeer-konzentrat im Hamstermodell nachweislich die Mikrozirkulation sowie die Permeabilität am durchblutungsgestörten Magen verbessert.

Auf der Liste der antioxidativ wirkenden Lebensmittel steht die (wildwachsende) Blaubeere ganz oben mit einem TAC Wert (Total Antioxidant Capacity Test) von 92,60; wobei das Maximum der Skala 100 beträgt. Bitte nicht zu verwechseln mit der Kultur-heidelbeere, die überall erhältlich ist. Hier liegen die Werte der Inhaltsstoffedeutlich niedriger.

Die wildwachsende Blaubeere mit ihren Antioxidantien hat eine herausragende bioaktive Wirkung als Radikalfänger. Freie Radikale sind Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Sie greifen gesunde Zellen an, damit sie selbst überleben können. Dadurch entsteht eine Kette von Folgereaktionen, die immer mehr gesunde Zellen schädigt. Freie Radikale entstehen heute nicht nur durch emotionale Belastungen, Stress, Ernährung und Krankheiten, sondern auch durch die enormen Umweltbelastungen.

Bei einem Überschuss an freien Radikalen spricht man von oxidativem Stress, der zu Zellschädigungen führen kann und den Alterungsprozess maßgeblich (negativ) beeinflusst. Viele der bekannten Zivilisations-krankheiten werden zum Teil auf oxidativen Sterss zurückgeführt.

OG: Gibt es eine Verbindung zwischen Entzündungen und Krebs?

JS: Mittlerweile ist bekannt, dass viele Krebserkrankungen ihre Ursache in chronischen Entzündungen haben. Sogar das deutsche Ärzteblatt schreibt bereits im Jahr 2006 „Wie chronische Entzündungen zu Krebserkrankungen führen“ (Jg 103, Heft 10; 10.03.2006).

Auch hier gilt: die einzigartigen Wirkstoffe der wildwachsenden Blaubeere können hier positiv unterstützen.

OG: Die Augen - unser wichtigstes Organ. Wie können wir unsere Augen entlasten?

JS: Der Blaubeerfarbstoff wurde schon lange zur Gesunderhaltung in der Augenheilkunde, speziell bei der Netzhaut verwendet. Durch den hohen Anteil an Pro Vitamin A kann das für die Sehkraft wichtige Vitamin A gebildet werden. Im zweiten Weltkrieg wurde die positive Wirkung des blauen Farbstoffs (Anthocyanidine stabilisieren die Spannkraft der Augenmuskulatur) auf die Augen entdeckt (Optimierung des Nachtsehens). Bereits Hildegard von Bingen beschrieb dies im Mittelalter. Schon in den 60er Jahren wurden placebo-kontrollierte Studien in Italien und Frankreich mit Freiwilligen zum Thema Sehfähigkeit erfolgreich durchgeführt.


OG: Sie sprechen auch bei Parodontitis, Magen- und Darm-erkrankungen, Neurodermitits, etc. von erstaunlichen Erfolgen bei deren Behandlungen. Worauf führen Sie das zurück?

JS: In der Zahnheilkunde macht die Blaubeere durch den hohen Gehalt an Gerbstoffen als Entzündungshemmer bei Paro-dontits von sich reden.

Gerbstoffe unterstützen positiv bei chronisch entzündlichen Darm-erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa.

Auch bei Hauterkrankungen wie z.B. Neurodermitis, die genau wie Psoriasis zu den entzündlichen Hauterkrankungen zählen, können die wertvollen Inhaltsstoffe der wildwachsenden Blaubeere zur Linderung und Vorbeugung dienen.

Warum wohl befinden sich die Wirkstoffe der Blaubeere in der Schale? Als Schutz vor Ein-wirkungen von aussen wie UV- Strahlung und Starklicht. Auch hier dient wieder die Natur als hervorragendes Vorbild!

OG: Was empfehlen Sie als ideale Prophylaxe, um die Gesundheit bestmöglich zu fördern?

JS:Die wildwachsende Blaubeere in Form in Form eines speziellen Extraktes kann mit ihren Wirksubstanzen sowohl präventiv, als auch in akuten Situationen unterstützend eingesetzt werden kann. Es scheint zwar seltsam, dass nur in einem speziellen Extrakt die volle Wirksamkeit entfaltet wird. Aber in meinen langjährigen Beobachtungen hat sich das eindeutig gezeigt und wird auch in vorklinischen Studien bestätigt.

Bei der vielen bekannten PubMedBiobliothek ist dies für jedermann im internet nachzulesen.

Wenn ich noch etwas anmerken darf: Gesundheit ist immer ein ganzheitlicher Aspekt, daher gelten die üblichen Tipps auch hier: eine gesunde Ernährung, das Vermeiden von viel Zucker, Bewegung sowie ein ausgeglichener Lebensstil. Dann haben wir alle die Möglichkeit langfristig gesund zu bleiben. Es liegt in unserer Hand.

OG: Vielen Dank für das spannende Interview. Auf die wilde Blaubeere bin ich noch nicht gestoßen, es ist aber ein spannender Ansatz, den ich aufmerksam verfolgen werde!

Anmerkung:

Jutta Suffner ist Heilpraktikerin und Dipl.Ing.(Bio-Med).

Kontaktdaten:

http://www.comed-tt.com

Das interview wurde geführt von Herrn Oliver Gaebe:

    VEREIN ZUR FÖRDERUNG REGIONALER UND ALTERNATIVER
KOOPERATIONS- UND WIRTSCHAFTSMETHODEN