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14:00 - 21:00 Uhr
Studio 1 - Was verbindet die Religionen der Welt?  

Zum zweiten Mal organisiert die Friedensakademie Linz ein Gespräch mit Religionen.Nach dem Gespräch mit Weltreligionen im Jahr 2015 geht es dieses Mal um religiöse Minderheiten in Oberösterreich.

Religiöse Minderheiten haben kaum eine Chance, ihre Ideen und Konzepte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Es gibt keinen Religionsunterricht, keine Darstellung in den öffentlichen Medien. Unwissenheit und Vorurteile schüren Ängste. Durch ein Gespräch wollen wir Verständnis schaffen und zum Respekt beitragen.

14:00 Uhr: "Was verbindet die Religionen der Welt?"

"Es wird keinen Weltfrieden geben ohne einen Frieden zwischen den Religionen und es wird keinen Frieden zwischen den Religionen geben ohne einen Dialog zwischen den Religionen." (Hans Küng)

Angst entsteht meist durch Unsicherheit, Unsicherheit durch Unwissen. Der Dialog kann Unwissenheit und damit Ängste verringern. In einer Zeit der weltweiten Unruhen und der Ängste vor anderen Religionen ist es wichtig, die "anderen" Religionen einmal kennenzulernen. Die Geschichte ebenso wie die ethischen Grundlagen.

Vom ehemaligen katholischen Konzilstheologen Hans Küng stammt die Idee eines "Weltethos". Er erkannte und beschrieb in seinem Buch, dass die ethischen Grundsätze aller Religionen sehr ähnlich sind und sich auf zwei Grundaussagen und vier ethische Weisungen stützen. Auch der Dalai Lama hat in seinem Buch "Ethik ist wichtiger als Religion" ähnliches geschrieben. Paul Ettl, Leiter der Friedensakademie Linz, wird diese Ansätze aufzeigen.

Eine Veranstaltung der Friedensakademie Linz im Rahmen der "Langen Nacht der Philosophie"

Referent: Paul J. Ettl
Ort: Friedensakademie, Raimundstraße 17, 4020 Linz

16:00 Uhr: Prinzipien des Friedens - Der Friede, der in mir beginnt

„Friede“ ist ein großes Wort und ein langersehnter Wunsch der Menschheit. In der Menschheitsgeschichte hat es zwar immer wieder Zeiten ohne Kriegshandlungen gegeben aber wurde ein auf Dauer angelegter stabiler Friede jemals erreicht?

Dauerhafter und damit echter Friede lässt sich nicht einfach erzeugen. Wir können ihn nirgendwo kaufen. Er lässt sich weder fordern noch verordnen und schon gar nicht erzwingen. Wir können ihn nicht einmal adäquat erforschen, denn dafür müssten wir ihn zuerst einmal irgendwo haben. Biologen haben die Tier- und Pflanzenwelt und Meteorologen haben das Wetter, aber wo finden wir einen echten Frieden, den wir studieren und erforschen könnten? Würden sich die UNO, die EU oder die USA, China oder irgendein Land in Südamerika oder Afrika dafür anbieten? Nein. Wir sehen uns vielmehr in praktisch allen Lebensbereichen mit Konflikten konfrontiert: In unserer Nachbarschaft, unter den politischen Parteien, den Nationen, den Religionen, zwischen Mensch und Umwelt, ja in unseren Ehen und Familien und sogar in uns selbst. Bevor ein stabiler Friede entstehen kann, müssen Lösungswege für die Übermacht und Allgegenwart dieser Konflikte gefunden werden. Und alle diese Lösungswege haben einen gemeinsamen Anfang: den Frieden, der in mir beginnt.

Eine Veranstaltung der Friedensakademie Linz im Rahmen der "Langen Nacht der Philosophie"

Referenten: Paul J. Ettl, Johannes Stampf
Ort: Friedensakademie, Raimundstraße 17, 4020 Linz

18:00 Uhr: "Kann man dem Geld durch die Bank einen Sinn geben?"

„Was, Wirtschaftsethik wollen Sie studieren? Da müssen sie sich schon entscheiden. Entweder oder …“ (frei nach Karl Valentin)

Wirtschaft und Ethik müssen kein Widerspruch sein. Das gilt auch für die Finanzwirtschaft. Das ist die Auffassung der Menschen, die das „Projekt Bank für Gemeinwohl“ vorantreiben. Es handelt sich dabei um eine zivilgesellschaftliche Initiative, die eine Genossenschaft mit bereits über 5.000 Mitgliedern gegründet hat, eine Crowdfunding Plattform mit „Gemeinwohlprüfung“ betreibt und ab 2018 das erste „Gemeinwohlkonto“ Österreichs anbieten will. Auch das Angebot der genossenschaftseigenen „Akademie für Gemeinwohl“ wird stetig erweitert. Neben klassischer Wissensvermittlung geht es darum, gesellschaftspolitische Zusammenhänge verständlich zu machen und Räume für einen kritischen Dialog zu öffnen - alles rund um das Thema „Geld“.

Das „Projekt Bank für Gemeinwohl“ entstand als Reaktion auf die sogenannte Banken- und Finanzkrise, die vor bald zehn Jahren begann und heute in den Medien zum Teil als „überwunden“ bezeichnet wird. Ist sie das? Eine „ethische Alternative“ im Bankensektor scheint mehr denn je geboten, wenn man die Ursachen im Blick behält.

Der Vortrag beleuchtet die Hintergründe, warum dieses Projekt ins Leben gerufen wurde und stellt die dahinter stehende Vision in den Vordergrund.

Eine Veranstaltung der Friedensakademie Linz in Kooperation mit der Akademie für Gemeinwohl im Rahmen der "Langen Nacht der Philosophie"

Referent: Thomas Reichmann, Wien
Ort: Friedensakademie, Raimundstraße 17, 4020 Linz

20:00 Uhr: Gemeinwohl-Ökonomie - Ein Wirtschaftsmodell als Friedenswerkzeug

Unser jetziges Wirtschaftssystem steht auf dem Kopf. Das Geld ist zum Selbst-Zweck geworden, statt ein Mittel zu sein für das, was wirklich zählt: ein gutes Leben für alle. Wie können wir die Wirtschaft wieder "auf die Beine" stellen?

Schon Aristoteles unterschied zwischen "Ökonomie" (Kunst der Hausverwaltung) und "Chrematistik" (Kunst, Reichtum zu erwerben). Die heutige Wirtschaft ist vielfach mehr ein Sammeln und Schaffen von Geld als ein Mittel zur Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse (wie es nach jeder Definition von Wirtschaft sein sollte)

Ursache dafür ist sicher auch die Messung des Wirtschaftserfolges: Der Bilanzerfolg von Unternehmen und das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bei Staaten sagen aber nichts darüber aus, wie es den Menschen in diesen Firmen und Ländern wirklich geht. Oft gehen gewinnsteigernde Maßnahmen auf Kosten der Mitarbeiter oder der Kunden. Auf der Makroebene führen Katastrophen und Kriege zu einer Steigerung des BIP. Wollen wir das wirklich?

Im Vortrag wird mit der Gemeinwohl-Ökonomie und der Gemeinwohl-Bilanz eine Alternative gezeigt, wie ethisches Wirtschaften wirklich zum Wohl aller werden kann und Unternehmen, die nach menschlichen Werten handeln, dafür auch belohnt werden können.

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